Wir sind ein anerkannter Ausbildungsbetrieb der IHK Brandenburg und registriert beim Finanzamt Kyritz
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WARUM es im Jahr 2017 Veränderungen im Tierheim Herzsprung geben muss!

 

Die Ausgangssituation:

Ein Heim für Tiere, unter der Leitung von Andrea Berthold, gibt es nun schon seit vielen Jahren. Es wurde einst als "normales" Tierheim in der Uckermark ins Leben gerufen, das der "normalen" Aufgabe nachging, hilfebedürftigen Tieren unterschiedlicher Art und Herkunft aufzunehmen und in liebevolle Hände weiter zu vermitteln.

Mit der Zeit rückte jedoch der Wunsch in den Vordergrund, diejenigen 4-Beiner zu unterstützen, die bei dem Großteil der Bevölkerung ungewollt und unbeliebt waren und nur eine geringe bis gar keine Chance auf ein Zuhause hatten – alte, kranke und verhaltensauffällige Tiere.

 

Die Vergangenheit:

Unser Tierheim wurde vordergründig zu einer Kombination aus Hospiz und Trainingsstation für derartige "Problemhunde" und dies ist bis zum heutigen Tag auch so geblieben. Auf unserer Homepage sind sie immer noch unter "Langzeitnasen" zu finden. Es handelt sich beispielsweise um Epilepsie-Hunde, Tiere mit der Zuckerkrankheit, sogenannte Angstbeisser, Tiere - die sich aufgrund schlechter Vergangenheit aggressiv gegenüber Menschen verhalten usw. Privatpersonen, die nur ein einziges Tier mit eines dieser Handycaps haben, können sicherlich nachempfinden, wie zeit- und kostenintensiv deren Versorgung, Pflege oder ein Training ist.

Des Weiteren hat unser Tierheim über die Jahre auch anderen Vereinen und Tierheimen unter die Arme gegriffen, wenn Not am Mann war. Beispielsweise haben wir Tiere aufgenommen, für die schlichtweg kein Platz war, keine Zeit oder die nötige Erfahrung fehlte, mit ihnen umzugehen. Wo anfänglich Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft, ein gegenseitiges Geben und Nehmen war, bauten sich mehr und mehr Probleme auf. Letztlich wurde unser Tierheim von den jeweiligen Vereinen und Tierheimen gnadenlos im Stich gelassen! Die Enttäuschung war groß!

Die Einzigen, die sich stets um "ihre" Tiere auch nach der Abgabe in unsere Obhut kümmerten waren "Stray-Einsame Vierbeiner e.V." . Die Unterstützung auf finanzieller Seite, sowie Futter und auch Medikamente hielt so lange an, bis auch das letzte ihrer Tiere ein Zuhause fand. An dieser Stelle - vielen Dank für die gute Zusammenarbeit "Stray-Einsame Vierbeiner e.V." !

Dass wir den sogenannten "Problemtieren" über einen so unglaublich langen Zeitraum helfen konnten, war u.a. nur möglich, weil die entsprechende Anzahl großzügiger Sponsoren da war. Aus diesem Grund wurde der Gedanke immer klarer eine Vergrößerung des Tierheims anzustreben, um noch mehr armen Fellnasen helfen zu können. Es folgte ein Ortswechsel von der Uckermark in die Ostprignitz-Ruppin nach Herzsprung, dem Namensgeber unseres Tierheims. Was damals zum Wohl der Tiere entschieden wurde, entpuppte sich bald als "Todesurteil" für das Tierheim Herzsprung. Denn es folgte ein 6-jähriger Kampf mit den Ämtern, die unser Tierheim regelrecht mit Auflagen bombardierten. Viele von ihnen in keinster Weise nachvollziehbar !!!

•  Zum einen wurde ein Lärmpegel-Gutachten für unsere Katzen (!!!) gefordert.

•  Wir wurden beauflagt unsere Freigänger von 22:00Uhr bis 6:00 Uhr einzusperren, damit sie nicht die Nachbarschaft stören.

•  Zum anderen haben wir den Bau unseres Ententeiches bis heute nicht umsetzen können, weil selbst für das wenige Ausheben eine Schachtgenehmigung von Nöten sein sollte.

Dies sind nur sehr wenige der vielen Schikanen, die sich das Tierheim Herzsprung an seinem "neuen Standort" über sich ergehen lassen musste. Viele von ihnen konnten durch unseren Tierschutzrechtsanwalt Dr. Konstantin Leondarakis und seiner Kollegin Frau Rechtsanwältin Nicole Kohlstedt abgewendet werden, was eine große Hilfe für die Tierheimbewohner bedeutete.

An dieser Stelle wollen wir nicht unausgesprochen lassen, was uns einst die Mitarbeiterin eines Amtes während eines Rechtsstreites mit auf den Weg gab.

Sie teilte uns siegessicher mit, dass selbst wenn es das Amt nicht schaffen sollte das Tierheim Herzsprung rechtlich zu Fall zu bringen, so werden es die Kosten sein, die wir privat aufbringen müssen, um jegliche Rechtsstreits mit ihnen auszufechten. Denn dem Amt werden "immer" Gelder zur Verfügung stehen, um derartige Uneinigkeiten gerichtlich klären zu können. Was es doch für gütige „Amtsmitarbeiter(innen) gibt?! Da kann man echt nur mit dem Kopf schütteln, bei solch einer Aussage.

Letztlich hat sich die "Prophezeiung" dieser Amtsmitarbeiterin bewahrheitet. Durch den jahrelangen Rechtsstreit und die Auflagen sowie deren Umsetzung flossen so viele Gelder, die niemand Normalsterblicher hätte aufbringen können. Des Weiteren sind ab dem Zeitpunkt wichtige Sponsoren abgesprungen, die uns jahrelang treu zur Seite standen und immer eine große finanzielle Stütze waren.

Und auch im Dezember 2016 haben wir bereits auf unserer Homepage ein Statement abgegeben, wie schlecht es um das Tierheim Herzsprung steht!

Zitat: ["...das Tierheim Herzsprung befindet sich nun seit Monaten auf einer Talfahrt in die roten Zahlen. Mittlerweile umfasst die Summe einen erschreckenden 5-stelligen Betrag, von dem wir nicht wissen, wie wir ihn stämmen sollen. Wir sind finanziell am Ende! Die Unterhaltungskosten des Tierheims fressen uns regelrecht auf. Die Strom-, Wasser-, Abwasser-, Müll-, Telefon- / Internetgebühren, die Lohn- und Lohn-Nebenkosten u.v.m. haben ein riesen Loch in das Haushaltsbudget des Tierheims gerissen. Hinzu kommen die täglichen und wöchentlichen Beträge an Futter und Spezialfutter, Tierarztbesuche und Medikamente für unsere Senioren, Kranken, Langzeitnasen und Gnadenbrödler. Den größten Teil der anfallenden Kosten für Nahrungsmittel, dringend anstehende Operationen - die Leben retten und Zahnsanierungen - die schwerwiegende Krankheiten vorbeugen, müssen wir derzeit "vorschießen", weil es einfach zu lange dauern würde, bis die vollständige Summe an Spenden zusammen gekommen ist…"]

Aber nicht nur der grausame "Ämterkrieg" und die betrieblichen, finanziellen Ausgaben, sondern auch die immer wieder kehrende Problematik mit sogenannten "Fundtieren" bzw. "Nicht-Fundtieren", die von Ämtern/ Vereinen und Privatpersonen unter Vortäuschung falscher Tatsachen bei uns abgegeben wurden, brach uns über die Jahre seelisch und finanziell das Genick. Auch diese Thematik haben wir jahrein - jahraus wieder und wieder versucht zu verdeutlichen! Ohne Erfolg! Hier ein Auszug aus unserem Hompegebeitrag von 2015!

[… Der Gesetzestext besagt, dass Fundtiere Haustiere sind, die sich verirrt haben oder dem Besitzer weggelaufen sind, also "verloren gegangen". Wild bzw. frei lebende Vierbeiner ohne rechtmäßigen Eigentümer, ausgesetzte Heimtiere sowie der Nachwuchs von ausgesetzten und entlaufenen Tieren sind dementsprechend KEINE Fundtiere! So klar und deutlich, wie die gesetzliche Lage auch formuliert worden ist, erfahren wir nur allzu oft in unserer täglichen Praxis, dass sich die Auseinanderhaltung von Fund-, herrenlosen Tieren aber auch Haustieren schwierig gestaltet. Vor allem wenn der "Finder" uns nur sehr sperrliche Informationen übermittelt bzw. seine eigene Nachbarschaft und Umgebung so wenig kennt, dass ein Haustier (mit erlaubtem Freigang) schnell zur Fundsache gemacht wird. Bzw. im umgekehrten Fall ein glücklich, frei lebendes Fellknäuel eingefangen und zwangsweise "eingesperrt" (Quarantänebestimmungen) wird und diese Zeitspanne bei uns totunglücklich verleben muss, weil wir uns an gewisse Vorschriften zu halten haben...]

Aufgrund dieser Tatsachen ist das Tierheim Herzsprung in ein tiefes, schwarzes Loch gerutscht. Und wir mussten einen langen, steinigen Weg mit vielen Durststrecken einschlagen, der uns teilweise zu Handlungen zwang, die wir unter normalen Umständen NIE (!!!) eingegangen wären. So mussten wir uns von einigen unserer Schützlinge trennen, die wir mit intensiver Pflege und viel Liebe vom kleinen Findling bis zum erwachsenen Tier aufgezogen haben, weil wir die Kosten für Unterbringung und Pflege nicht mehr tragen konnten. Jette, Quickstep, Brösel, Peaches, Wenke, Ruffy und die 6-köpfige Familie Langohr – um nur einige zu nennen – wir wissen, dass wir den bestmöglichen Platz für euch gefunden haben. Dass ihr mit aller Liebe und Zuneigung umsorgt werdet, aber dennoch schmerzt es uns zu tiefst, dass sich unsere Wege auf so traurige Weise trennen mussten. Wir wünschen euch nur das allerbeste. Ihr werdet für ewig in unseren Herzen verweilen! Wir werden euch nie vergessen!

Die Gegenwart:

Das Tierheim Herzsprung hat bis zum heutigen Tag überlebt! Aber zu welchem Preis? Wir erkennen uns teilweise nicht wieder! Wir sind nicht mehr das, was wir einmal waren, was wir immer sein wollten, weil uns die Hände gebunden sind. Zum Beginn des Jahres 2017 ist das Tierheim Herzsprung und seine Mitarbeiter am Ende seiner Kräfte angelangt!

Unsere treuen Leser haben sicher mitbekommen, dass wir vor Weihnachten an einem Spenden-Marathon namens "Friendly Fire 2" teilnehmen durften. Welch´ ein Segen zum Jahreswechsel! Durch wirklich großzügige Menschen erwarten wir im Januar/Februar eine beträchtliche Summe, die unseren Schützlingen zu Gute kommen wird. Wir wollen uns gar nicht daran festhalten, was passiert wäre, wenn es kein "FF 2" gegeben hätte und sind so überaus dankbar, dass unser kleines Tierheim auserwählt wurde. Es war wie ein Wunder! Nichts desto trotz kommt an dieser Stelle wieder ein "aber". Denn der überaus beachtliche Geldbetrag wird gerade einmal ausreichen, um die aktuellen Schulden zu decken.

Aus diesem Grund ist das Tierheim Herzsprung gezwungen, 2017 eine rapide Umstellung vorzunehmen, wenn wir weiterhin 4-Beinern in Not helfen möchten:

•  Die Aufnahme von Nutztieren wird komplett niedergelegt

•  Die Aufnahme von Kleintieren wird komplett niedergelegt

•  Das Hospiz wird geschlossen

•  Die Station für Verhaltensauffällige Tier wird geschlossen

•  Dauerhaft kranke Tiere werden nur noch in Einzelfällen aufgenommen

Diese Entscheidung treffen zu müssen, bricht allen Mitarbeitern unseres Tierheims das Herz, denn der eigentliche Wirkungsbereich, der Lebensinhalt, der Grund „WARUM“ das Tierheim Herzsprung sich unter so vielen anderen Tierheimen einen Namen gemacht hat, schwindet dahin, nur weil dies auch gleichzeitig der größte Kostenfaktor ist. Unsere Situation ist zu vergleichen mit einem Gnadenhof ohne Sponsoren – auf Dauer nicht tragbar!

Seit wir diesen Entschluss gefasst haben, gibt es Tage, an denen man resigniert und sich sagt: "Gut, es ist eben so...wir können ja zum Glück noch einigen ausgewählten Fellnasen helfen." Doch dann gibt es Tage, an denen man sich fragt: "Warum nur einigen ausgewählten? Warum nicht noch mehreren? ...so wie früher! Warum sind wir gezwungen die Spreu vom Weizen zu trennen? Und wer von den Tieren ist in dem Fall die Spreu und wer der Weizen? Warum müssen wir Gott spielen? Warum können wir nicht einfach unserem Herzen folgen? Warum nicht so wie früher?!

Diese Fragen lassen keinem von uns wirklich zur Ruhe kommen. Wir konfrontieren uns täglich damit und es plagt uns in der Seele. Diese Entscheidung in die Tat umzusetzen wird für alle schwer. Aber besonders schwer fällt es unserer Tierheimleiterin, Andrea Berthold, der Begründerin dieses besonderen Heims für Tiere. Sie ist die "Mama aller Waisen", die hier jemals ein Dach über dem Kopf gefunden haben, sowie Liebe und Geborgenheit, Verständnis für ihre Andersartigkeit und im besten Fall ein neues Zuhause, ein neues Leben, eine "zweite" Chance.

Der andauernde Kampf, die Schikanen, die Berg- und Talfahrten, sowie das Gefühl aufgeben zu müssen, seine Prinzipien zu verraten, einen Teil der Tiere zukünftig im Stich zu lassen, hat sie über die Jahre in eine so schwere Krankheit gestürzt, dass sie von nun an nur noch im Hintergrund agieren wird – sofern es ihre Kräfte zulassen.

Zum Schluss möchte sie mit den folgenden Worten einen ganz persönliches Dank an all jene richten, die dem Tierheim Herzsprung bis zum heutigen Tag treu ergeben geblieben sind und uns finanziell, aber auch mit seelischem Beistand immer wieder auf die Beine geholfen haben. Dankeschön! Nur zusammen mit Ihnen, liebe Tierfreunde, konnte für die Bewohner des Tierheims Herzsprung in jeder Lebenslage und scheinbar ausweglosen Situation wirklich großartiges geleistet werden! Ebenfalls ein herzliches Dankeschön geht an alle OPR-ler, die froh sind, dass es uns immer noch gibt und uns dies mit kleinen und größeren Unterstützungen bis zum heutigen Tag aufopferungsvoll zeigen! Wir sind wirklich froh, dass wir euch an unserer Seite haben und versprechen euch, dass wir trotz gebundener Hände alles menschenmögliche tun werden, um das Beste für unsere Schützlinge auf die Beine zu stellen! Ich wünsche mir aus tiefster Seele, dass sich das Tierheim Herzsprung eines Tages von dieser "Misere" erholt, sodass es wieder zu alten Taten und wahrer Größe zurück finden kann, so wie wir es uns von Anfang an erträumt hatten!

Herzlichst, Ihre Andrea Berthold und das gesamte Tierheim Herzsprung-Team

PS. Nun haben doch die Recht bekommen, die immer zu uns sagten:

„Ihr müsst anfangen wirtschaftlich zu Denken und zu Handeln und das Herz beiseiteschieben“.

Leider habt ihr im Moment mit eurer Meinung gesiegt, aber wir beten zu Gott, das unser Herz wieder aufblühen kann und den „Gottes vergessenen Tierkindern“, wie wir sie immer genannt haben, wieder mit unseren Herzen und nicht mit den wirtschaftlichen Verstand helfen können.

 

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